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Britischer Pass geknackt PDF Drucken E-Mail

Er galt als absolut fälschungssicher und er sollte die Bürger Großbritanniens vor den Gefahren des internationalen Terrorismus schützen: Der neue britische Biometrieausweis. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, wie sich nun herausstellte. Steven Bogan, Journalist der englischen Boulevardzeitung The Daily Mail, wollte herausfinden, ob das 5,4 Milliarden Projekt der Regierung auch das hält, was versprochen wird; und stieß dabei auf erschreckende Ergebnisse. Zusammen mit dem Hacker Adam Laury kopierte er mit Hilfe eines Mobiltelefons und eines Laptops den Chip innerhalb von Minuten und versah ihn zudem noch mit Zusatzinformationen. Dies würde Terroristen bereits reichen, um falsche Spuren zu legen.

Die letzten Prüfmethoden, die dann noch greifen sollten, versagten anschließend ebenfalls. Zum einen die „Gesichtskontrolle“, die natürlich fehlschlug, da das Foto auf dem Ausweis einfach ausgetauscht worden war. Zweitens der Vergleich der Fingerabdrücke, der sich ebenfalls als kein Hindernis erwies. Denn die Software, die die Abdrücke vergleicht, wurde zum Download im Internet zu finden und konnte von dem Tester „modifiziert“ werden. Die dritte und letzte Sicherheitsschranke, der Abgleich der biometrischen Daten, fiel ebenfalls als Hindernis weg, da ein derartiger Vergleich mit einer Gebühr von 2 Pfund verbunden wäre und sich dies die Sicherheitsbehörden nicht leisten können und wollen.

Es zeigt sich also, dass die neuen Pässe längst nicht so sicher sind wie es immer von Regierungsseite dargestellt wird. Stattdessen weisen sie gravierende Mängel auf und sind somit ein weitaus größeres Sicherheitsrisiko. Es bleibt abzuwarten ob, und wenn ja wie, die Regierung in London reagiert. Wir können hingegen nur hoffen, dass die zuständigen deutschen Behörden diese Sicherheitsmängel ernst nehmen und ihr Vorhaben, derartige Pässe auch in Deutschland einzuführen, noch einmal sehr genau überdenken.

 

Quelle: www.heise.de